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Achten Sie beim Betrachten der Lagune auf die speziell geformte Skulptur. Dieses terracottafarbene Gebilde ist der Pflanze Delta Duck-potato (Sagittaria platyphylla) mit kartoffelähnlichen Schwellungen an den Wurzeln nachempfunden, die auch Breitblättriges Pfeilkraut wegen ihrer lanzenförmigen Blätter genannt wird. Diese Pflanze lässt sich an den Uferpartien der Lagune entdecken. Im Frühling und Sommer blüht sie und entwickelt dabei zahlreiche Stängel mit kleinen weissen Blütendolden, die über ihren Blättern emporragen.

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Zahlreiche Wasserpflanzenarten fühlen sich hier wohl. Es gibt den Amerikanischen Eidechsenschwanz (Saururus cernuus L.) mit seinen spitz zulaufenden weissen Blütenrispen zu sehen, die anmutig herabhängen wie flauschige Schweife. Die reichlichen, gelb leuchtenden Blüten bezeichnet man als Grosses Heusenkraut (Ludwigia uruguayensis), dazwischen wachsen die hohen Binsen. Das nicht heimische Alligatorkraut (Alternanthera philoxeroides) hat dünne, spitze, lanzenförmige Blätter und eine runde, duftende, weisse Blüte. Bei den niedrigen Palmen handelt es sich um Zwerg-Palmettopalmen, einheimische Pflanzen, die sich gerne in sumpfigen Gebieten ansiedeln.

Die geraden, segmentierten Stängel des Schachtelhalms (Equisetum) wachsen am Wasserufer reichlich. Der Schachtelhalm gehört zu einer uralten Pflanzengruppe, die Millionen Jahre vor den Dinosauriern auftauchte. Diese Pflanze wurde auch Scheuerbinse genannt, weil ihre Stängel Kieselsäurepartikel enthalten, die sich gut zum Schrubben von Töpfen und Pfannen eigneten.

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Das Gebäude mit dem Schriftzug ist das ehemalige Dallas Natural History Museum, in dem sich heute das Fair Park Visitor Center befindet.

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Der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) stammt aus den sumpfigen Wäldern im Osten von Texas. Seine sternförmigen Blätter erstrahlen im Herbst in leuchtenden Farben. Auf den Boden liegen die stacheligen Samenkapseln, die Eichhörnchen und vielen Vogelarten Nahrung bieten.

Die Dreimasterblumen (Tradescantia) erkennen Sie an ihren langen, dünnen Blättern und kleinen violetten Blüten. Diese Blüten öffnen sich morgens und verwelken nach nur wenigen Stunden.

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Das Wasser in diesem Zufluss ist gestaut und voller Algen und Wasserlinsen. Konzipiert wurde dies als Kinderstube für junge Schildkröten, Kaulquappen, Jungfische und andere Lebewesen, die sich vor den grossen Raubtieren im Hauptteich verstecken müssen.

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Die Echten Sumpfzypressen (Taxodium distichum) gelten als Nadelbäume oder zapfentragende Bäume, obwohl sie wenig Ähnlichkeit mit Kiefern und Tannen haben. Sie werden als «kahl» bzezeichnet, weil sie ihr Laub im Winter verlieren und nicht wie die meisten Nadelbäume immergrün sind. Ihre Blätter werden nicht nur im Herbst braun und fallen ab, sondern auch bei Trockenheit, was einer Schutzmassnahme gleichkommt, um verbleibende Feuchtigkeit nicht über die Blätter zu verlieren, sondern für das Überleben einzusetzen.

Sicherlich fallen Ihnen die knorrigen, braunen «Knie» auf, die rund um den Fuss der Sumpfzypressen aus dem Boden ragen und von denen einige sogar im Wasser stehen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Baum dadurch Sauerstoff aus der Luft aufnehmen kann, wenn der Boden vollkommen mit Wasser durchtränkt ist. Diese zahlreichen «Knie» verhindern auch die Erosion des Ufers, indem sie die Erde an Ort und Stelle halten.

Sumpfzypressen bilden ausserdem Verzahnungen am Fuss ihres Stammes, die auch als «Stützpfeiler» bezeichnet werden, um sich aufrecht zu halten, wenn sie keine tiefen Wurzeln schlagen können.

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Am Ufer wächst auch das Herzblättrige Hechtkraut mit seinen langen, herzförmigen Blättern und kleinen violetten Blüten. In der Nähe der Stufen schwimmen Schildkröten und Katzenwelse im Wasser auf der Suche nach Futter. Tauben, Englische Spatzen und schwarze Singvögel namens Grackeln sind in der Luft zahlreich zu erblicken. Es lassen sich auch knapp über der Wasseroberfläche fliegende Rauchschwalben auf Futtersuche beobachten.

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Die grüne, faserig aussehende Substanz auf den Stufen ist eine Algenart. Von einzelligen Organismen bis hin zu den grossen, anmutigen Sargasso-Algen im Meer, gibt es unzählige Algen. Sie sind Nahrung und Lebensraum für Insektenlarven aller Art sowie für Schildkröten und Fische. Sie galten einst als Pflanzen und werden heute als eigenständiges Organismenreich klassifiziert.

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Es haben sich verschiedenen Arten von Wasservögeln in der Lagune angesiedelt, darunter Kanadagänse, Blässhühner, Brautenten, Stockenten und sogar ungewöhnlicher aussehende Arten wie die Rotschnabel-Pfeifgans. Sie hat einen leuchtend rosa-orangefarbenen Schnabel und einen einzigartigen Ruf, der einer Pfeife ähnelt. Sie nistet nicht am Ufer, sondern in den Bäumen.

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Bäume, Pflanzen, Wasser und die reiche Insektenwelt bieten einen hervorragenden Lebensraum für über 70 Vogelarten. Zu verschiedenen Zeiten des Jahres können Sie Felsentauben, Carolinatauben, Weissflügeltauben, Englische Hausspatzen, Blauhäher, Rotkardinäle, Spottdrosseln, Europäische Stare, Grackeln, Braunkopf-Kuhstärling und Rotflügelstärling, Schmalschnabel-Königstyrann, Wanderdrossel, Zedernseidenschwanz und Schornsteinsegler beobachten. Am Ufer können Sie Reiher und Amerikanische Zwergdommeln ausmachen. Abends hören Sie möglicherweise den lauten Ruf des Nachtfalken. Auch der Rotschwanzbussard und ein Fassbussard wurden gesichtet. Andere, ungewöhnlichere Vögel, die hier einen Lebensraum gefunden haben, sind der Königstyrann, der Goldwaldsänger, der Grünreiher, der Kanadareiher und sogar ein Mönchssittich!

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Imposant sind die grossen Bäume auf beiden Seiten des Gehwegs. Zusätzlich zu den Echten Sumpfzypressen steht vor dem heute geschlossenen IMAX Theater (Kino) eine Virginia-Eiche.

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Der Weg führt nun über eine Skulptur, die einem Farn ähnelt: Spider Brake Fern (Pteris multifida), auch Hugenotten-Farn genannt. Er bietet die Möglichkeit, zwischen den Pflanzen der Lagune zu spazieren und Schildkröten und Fische zu beobachten. Die hohen, schützenden Seitenwände der Skulptur schützen vor dem Wind, während der Beton die Sonnenwärme auffängt und speichert. Dadurch erwärmt sich das Wasser hier schneller und stärker als in anderen Teilen der Lagune und die Pflanzen können früher austreiben und blühen. Unter der Zypresse rechts befindet sich eine Gruppe mit Schwertlilien. Weiter draussen am Fuss der Zypressen wachsen die Sträucher der Wachsmyrte. Sie hat kleine, kugelige Früchte, die von vielen Vogelarten gefressen und früher zur Herstellung von Kerzen verwendet wurden.

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Fuchshörnchen lassen sich leicht an dem graubraunen Rücken und dem rostroten Bauch erkennen. Sie ernähren sich von Eicheln, Pekannüssen und anderen Samen sowie Resten von Picknicks.

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Die entlang des Gehwegs gepflanzten Kreppmyrten scheinen in der Hitze des texanischen Sommers gut zu gedeihen. Obwohl sie in Asien beheimatet ist, gilt sie tatsächlich als offizieller texanischer Staatsstrauch und kommt in den Landschaften von Texas häufig und in vielen Farbvarianten vor. Im Sommer schmücken diese Kreppmyrten die Lagune mit ihren leuchtend rosa-violetten Blüten.

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Die beerenartigen Zapfen von den Sträuchern der Sorte Juniperus ashei, eine Wacholder-Art, sind bei vielen Vögeln und anderen Wildtieren beliebt. Daneben wächst ein Waschnussbaum (Sapindus saponaria) mit dunklen Beeren, deren Schalen beim Zerdrücken eine schaumige Seife bilden, daher der Name.

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Der Pekannussbaum (Carya illinoinensis) ist eine in Texas heimische Art. Am Boden finden sich auch Überreste einer Honig-Mesquite, die vor Jahren das Ende ihres Lebenszyklus erreicht hat. Schauen Sie sich an, was vom Stamm übriggeblieben ist. Können Sie erraten, wie alt dieser Baum war?

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Auf dieser Seite der Lagune wächst eine Honig-Mesquite (Prosopis Glandulosa). Dieser und mehrere der umliegenden Bäume wurden ursprünglich 1936 für die Weltausstellung Texas Centennial (das 100-jährige Jubiläum der texanischen Unabhängigkeit) als Beispiel für die Vegetation im Westen von Texas gepflanzt. Der Name «Honig» bezieht sich auf das süss schmeckende Fruchtfleisch der Samenkapseln. Mesquiten haben sich über ein weites Gebiet von Texas ausgebreitet und sind auf alten Weideflächen, wo ihre Samen kaum Konkurrenz haben, sehr auffällig. Gebiete mit gesunden, dichten Präriegräsern bieten hingegen zu viel Schatten, als dass Mesquite-Samen spriessen könnten.

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Der farbenfrohe Blauhäher lebt das ganze Jahr über im Fair Park. Er ernährt sich von Eicheln, Samen und Insekten. Die bräunlich-graue Carolinataube, eine weitere ständige Bewohnerin des Parks, ernährt sich von Samen und vereinzelt von Früchten und Insekten.

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Im Hintergrund befindet sich das Cotton Bowl Stadium, die ursprüngliche Heimat der Dallas Cowboys, der Dallas Texans (jetzt Kansas City Chiefs) und von Dallas Burn (jetzt FC Dallas). Der Name der Sportstätte spielt auf die Samenkapsel der Baumwolle an (cotton boll). Hier fanden unzählige historische Sportveranstaltungen und ikonische Konzerte statt, darunter das Cotton Bowl Classic, die FIFA-Weltmeisterschaft 1994 und das NHL Winter Classic 2020. Bevor das Cotton Bowl im Jahr 1930 gebaut wurde, befand sich hier eine Pferde-Rennstrecke.

Links vom Cotton Bowl Stadium steht die Grand Place Halle, eine riesige Ausstellungshalle, die auf dem Gelände des ehemaligen Ford Motor Building errichtet wurde. Anlässlich der Hundertjahrfeier von 1936 veranstaltete Ford rund um die Lagune eine Ausstellung mit dem Titel «Strassen des Südwestens», bei der die Besucher*innen die neuesten damaligen Ford-Automobil-Modelle auf verschiedenen Strassenbedingungen testen konnten.

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Der Felsen am Rand der Lagune besteht aus Sandstein. Er war einst Teil der Küste eines alten Ozeans, der vor etwa 300 Millionen Jahren die heutige Stadt Mineral Wells in Texas bedeckte. Achten Sie auf die Wellenspuren, welche das Meerwasser vor Millionen vor Jahren auf dem Stein hinterlassen hat. Dieser Sandstein wurde eingesetzt, um die Erosion zu kontrollieren, als die Lagune Mitte der 1980er-Jahre neugestaltet wurde.

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Die immergrüne Chinesische Stechpalme weist viele gelbliche Blütenstände auf, die Bienen anlocken. In Texas leben über 800 Bienenarten, von denen viele eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung lokaler Nutzpflanzen und Pflanzen spielen. Zu den in der Gegend häufig vorkommenden Bienenarten gehören Honigbienen, Hummeln und Holzbienen. Allerdings sind die Bienenpopulationen in Dallas, wie in vielen Regionen, durch den Verlust von Lebensräumen und den Einsatz von Pestiziden bedroht.

Näher am Boden befindet sich eine Türkenhut-Lilie, eine einheimische Blütenpflanze, deren Blätter und Blüten vielfältige medizinische Verwendung finden. Die Blüten sind eine gute Nektarquelle für Kolibris und Schmetterlinge und bieten Nahrung für weitere Vögel und andere Wildtiere.

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Zahlreiche Schildkröten sonnen sich auf der Duck-Potato-Skulptur. Eine vielfältige und robuste Schildkrötenpopulation ist seit Jahrzehnten in der Lagune zu Hause, darunter Rotwangen-Schmuckschildkröten, Westliche Hieroglyphen-Schmuckschildkröten, Blasse Dornrand-Weichschildkröten, Gewöhnliche Moschusschildkröten und Schnappschildkröten. Die rund 300 hier lebenden Schildkröten tragen zur Gesundheit der Lagune bei, indem sie eine Vielzahl von Pflanzen (einschliesslich Algen), wirbellosen und anderen Kleintieren fressen. Eine aktive Schildkrötenpopulation in einem Teich kann auf ein gesundes Ökosystem hinweisen.

Schildkröten paaren sich fast das ganze Jahr über. In den Frühlingsmonaten suchen weibliche Schildkröten an Land geeignete Brutstätten für ihre Eiablage, die sie jedoch sich selbst überlassen. Die Babyschildkröten verlassen ihre erdenen Nistkammern im Frühherbst oder warten bis zum nächsten Frühjahr, nachdem der Regen den Boden so aufgeweicht hat, dass sie sich ausgraben und zum Wasser gelangen können.

Etwa 85% aller Schildkrötennester werden von Raubtieren wie Waschbären gefressen. Die überlebenden Babyschildkröten, die das Wasser erreichen, haben weitere Fressfeinde, wie Fische, Ochsenfrösche, Schlangen, Vögel und andere Tiere.

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Die Lagune, die an ihrer tiefsten Stelle nur 1,80 m tief ist, ist die Heimat mehrerer Fischarten, darunter Forellenbarsch, Blauer Sonnenbarsch, Wels, Gefleckter Knochenhecht und sogar Koi-Karpfen. Diese Fische wurden nach der Ausbaggerung der Lagune in den 1980er-Jahren vom Children’s Aquarium ausgesetzt.

Über dem Wasser schweben zwei schnell fliegende Insekten, die Libelle und die Kleinlibelle. Obwohl sie auf den ersten Blick sehr ähnlich erscheinen, gibt es einen offensichtlichen Unterschied: Die Flügel der ruhenden Libelle werden senkrecht zum Körper gefaltet, während die Flügel der Kleinlibellen parallel zum Körper gehalten werden. Diese schönen, anmutigen Insekten sind gefrässige Raubtiere, sowohl als Erwachsene als auch als Unterwasserlarven.

QUIETSCH! PLATSCH! Wenn Sie dieses Geräusch hören, haben Sie wahrscheinlich einen der Ochsenfrösche erschreckt, die am Rande der Lagune leben. Erschrockene Ochsenfrösche geben ein lautes, hohes Quietschen von sich, bevor sie ins Wasser – in Sicherheit – springen.

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